Theaterproduktionen

Seit 2011 bietet die rote Zitadelle regelmäßig Theaterproduktionen für Jugendliche an

Der Beginn

Die Produktionen beginnen meistens mit der Vision eine*r Jugendlichen oder Teamer*in. Sei es ein Text, ein Gedanke, Gefühl oder bereits eine Idee für eine Geschichte. Mit dieser Vision beginnt der Prozess. Mit der Unterstützung von Tim Bonßdorf wird zunächst gegrübelt, diskutiert und geplant. Es wird ein Skript geschrieben und über Wochen und Monate hinweg immer wieder überarbeitet, bis alle Unklarheiten, Unsicherheiten und Unzufriedenheiten aus dem Weg geräumt wurden. Wenn das Skript soweit fertig ist, wird das Anstehen der Theaterproduktion bekannt gemacht und junge interessierte Hobbyschauspieler*innen mit oder ohne Bühnenerfahrung werden dazu geholt

Die Produktion

Die Produktion des Theaterstücks beginnt meistens mit einem Einführungsworkshop, bei welchem die Jugendlichen mit einer Reihe Schauspielübungen und kleinen Szenen konfrontiert werden, damit die Regie ein Gefühl dafür bekommt welche Rolle zu welche*r Schauspieler*in passen könnte. Oftmals findet im Rahmen dieses Workshops auch die erste Lesung des Skriptes statt. Schließlich werden die Rollen verteilt und die Probenzeit beginnt. Hierbei geht es zunächst primär darum ein Gefühl für die Rolle zu bekommen; wie fühlt sie sich, was denkt sie, was sind ihre Angewohnheiten? Wie redet sie, wie bewegt sie sich? Parallel wird der erste Text gelernt, ein erstes provisorisches Bühnenbild aufgebaut und die ersten Szenen werden gespielt.

Mit der Zeit wird das Skript immer mehr zum Leben erweckt, die Figuren bekommen eine Stimme und einen Körper, die Schauspieler*innen wachsen als Gruppe fest zusammen, lernen sich ganz neu kennen und gewöhnen sich daran, in ihre Rolle zu schlüpfen. Es folgen Meilensteine wie der Bühnenbauworkshop, bei welchem die gesamte Gruppe gemeinsam einkauft und an einem Wochenende die Kulisse baut, streicht und dekoriert. Nun wird auch die Umgebung der Geschichte real, lässt sich angucken, anfassen und bespielen. Ein weiterer großer Schritt ist das Zusammenstellen der Kostüme. Die Rollen bekommen Leben, die Schauspieler*innen werden immer mehr zu ihren Figuren, sie schlüpfen in sie hinein, tragen ihre Kleider und denken ihre Gedanken. Fotos werden gemacht, Plakat und Flyer gestaltet und gedruckt. Die erste Aufregung beginnt, die Premiere rückt immer näher und es gibt noch so viel zutun!

Und schließlich beginnt der finale intensiven Prämierenworkshop. Eine Woche lang wird Tag und Nacht geprobt, die Teilnehmer*innen werden von der Schule freigestellt. Es wird zusammen gegessen, geprobt, gelacht, manchmal auch geweint, die letzten Feinheiten werden geschliffen, das Licht wird programmiert. Die Gruppe ist mittlerweile ein eingespieltes Team, auch in den Pausen wird zusammengesessen und angeregt geredet. Immer öfter gibt es Momente großer Nervosität, teilweise auch Angst vor den bevorstehenden Aufführungen. Die Reservierungslisten füllen sich langsam mit Namen, alles hat seinen festen Platz und seine Funktion. Und schließlich kommt der Tag der Generalprobe. In voller Montur, geschminkt, mit gemachten Frisuren, wird das ganze Theaterstück gespielt, ohne Unterbrechungen. Dann werden alle plötzlich ruhig, es trifft alle wie aus dem Nichts; das nächste Mal wenn auf dieser Bühne gespielt wird sitzt Publikum im Saal! Die Kostüme werden mitgenommen zum waschen und es wird plötzlich ernst.

Die Aufführungen

Einige Stunden vor der Premiere beginnt das Gewusel im Haus; es wird aufgebaut, geschminkt, sich umgezogen, die Technik wird gecheckt, die Requisiten deponiert. Eine Stunde vor Aufführungsbeginn ist alles fertig und das gesamte Team begibt sich in den Jugendkeller. Letzte Dinge werden besprochen, dann beginnen die Aufwärmübungen, während durch die Fenster die ersten Zuschauer*innen deutlich zu hören sind. Die letzten Minuten wird es ganz still, keine*r redet, alle fokussieren sich auf die Aufführung und ihre Rolle, gehen alles im Kopf durch. Schließlich begeben sich alle auf die Bühne, ein letztes Toitoitoi und die Regie wendet sich an das Publikum. Alle sind auf ihren Plätzen, das Lichtsignal kommt und während die Nebelmaschine weißen Rauch ausspuckt wird der Vorhang geöffnet…

Und plötzlich wird die Arbeit der letzten Monate der Welt präsentiert! Von der ersten Vision bis zur Generalprobe, all dies steckt in dem, was dem Publikum präsentiert wird. Jede Gestik, Mimik, jede Requisite und jede Lichtveränderung hat ihre Geschichte. Und ohne dabei gewesen zu sein wird das Publikum in die Magie des Theaters eingesogen, sie werden bewegt, mitgenommen. Und plötzlich ist die Premiere vorbei. Es werden Reden gehalten, Geschenke übergeben, es wird gefeiert und alles geht auf einmal ganz schnell, dann ist auch die letzte Aufführung dabei und das Ensemble trifft sich das letzte mal um auf eine emotionale, bewegende gemeinsame Zeit zurückzublicken und in Erinnerungen zu schwelgen. Und jede*r, egal ob Regisseur*in, Techniker*in oder Schausdpieler*in, merkt, wie diese Zeit geprägt hat. Manche sind selbstbewusster und mutiger geworden, andere haben Ängste überwunden, es wurden Freundschaften geknüpft, es wurde gelernt ein Bühnenbild zu bauen, Nervosität zu überwinden, laut zu sein und sich großes zu trauen.

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